Die Eröffnung des Info-Platzes Viller Moor

Die Eröffnung des Informationsplatzes Viller Moor am 9. November war ein sehr gelungenes kleines Fest.

Wir freuten uns über viele Interessierte aus Vill und Igls und über die musikalische Umrahmung durch das Bläserquartett der Musikkapelle Igls-Vill (Hans Eisendle, Gottfried Gutternig, Gabriel Gritsch und Luis Feichtner). Martin Hörhager sorgte für die kulinarische Verpflegung der Besucher.

Wir konnten als Mitglieder des Stadtteilausschusses Vill Vizebürgermeister Franz X. Gruber und die Gemeinderäte Irene Heisz und Andreas Kunst begrüßen. Auch die Vorsitzende des Unterausschusses Igls Maria Zimak schaute vorbei.

Der “emeritierte” Vorsitzende des Unterausschusses Vill Max Profanter war Ideengeber und treibende Kraft hinter diesem Informationsplatz. Nach der Begrüßung der Gäste durch den aktuellen Vorsitzenden des Unterausschusses Klaus Jennewein skizzierte Max Profanter den Werdegang des Projekts und bedankte sich bei allen Beteiligten, die die Realisierung dieses Platzes möglich machten:

2014 ist im Unterausschuss die Idee für ein Ruhe- und Informationsprojekt „Viller Moor“ entstanden. Im Sinne einer Verbindung von Erholung und Geschichte hat sich dieser Ort ideal angeboten und wurde dem Unterausschuss für dieses Projekt dankenswerterweise von der Agrargemeinschaft Vill unter dem damaligen Obmann Franz Wopfner zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam mit der Stadt konnten dann die Voraussetzungen für dieses Projekt erarbeitet werden. Bedanken darf ich mich dafür bei Vizebürgermeister Franz Gruber und besonders auch beim Forstamt unter Andreas Wildauer und Albuin Neuner für die fachkundige Unterstützung. Dank gilt auch dem Tourismusverband für den finanziellen Beitrag.

Geplant waren zuerst Informationstafeln, dann Holzpulte mit Alutafeln in Buchform und schließlich – weil wir es lange „derwartet“ haben – auf Vorschlag von Albuin Neuner Pulte aus Cortenstahl mit Buchseiten aus Aluminiumblättern und der entsprechenden Befestigung durch Edelstahlbügel, ausgeführt durch Schlosser Martin Schreier aus Mutters. Die Stelen fügen sich gut in die Landschaft ein und behindern vor allem nicht den Blick in die Umgebung.

Einen starken Impuls für das Projekt hat die Wiederentdeckung des sogenannten „Lochsteins“ gebracht, an dem die Fischerboote für den Viller See befestigt wurden. Dieser Stein war teilweise durch Erdreich zugedeckt. Nach der Freilegung konnte das viereckige Loch, in dem sich ursprünglich ein Holzkeil mit einem Eisenring befunden hat, wieder sichtbar gemacht werden. Der Eisenring ist allerdings nicht mehr erhalten.

Das Viller Moor ist überhaupt eine sehr geschichtsträchtige Gegend. Zu den ältesten Funden zählt eine Pfeilspitze aus Hornstein, die 1924 gefunden wurde und die aus der jüngeren Steinzeit stammt. Urkundlich erwähnt werden ein Viller und Lanser See erstmals 1270. Ritter Konrad Helbling von Sistrans erlaubte dem Stift Wilten, einmal wöchentlich in seinen Fischteichen („piscinis“) zu fischen.

Für die historischen Grundlagen des Viller-Moor-Projekt haben Markus Staudt vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Georg Neuhauser vom Institut für Mittelalter und beginnende Neuzeit Beiträge verfasst.

Für Informationen über die eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Formen der Region konnten wir Gernot Patzelt gewinnen, der uns ein anschauliches Relief angefertigt hat. Alles kostenlos! Herzlichen Dank dafür!

Besonders bedanken darf ich mich bei der Volksschule Igls-Vill und ihrer Direktorin Carmen Leitner, vor allem bei den Schülerinnen und Schülern der 3. und 4. Klasse des vorigen Schuljahres, die das Projekt mit spannenden Fantasiegeschichten bereichert haben. Wie es der Zufall will: Als ich mit den zwei Schulklassen einen Ausflug zum Viller Moor gemacht habe, waren gerade Mitarbeiter des geografischen Instituts mit einer Moorbohrung beschäftigt. Das war natürlich für die Kinder hochinteressant, wie das gemacht wurde und was da zutage kam, und hat ihre Fantasie sicher beflügelt.

Dank Clemens Geitner vom geografischen Institut wurde das Projekt Viller Moor durch eine zusätzliche Buchseite mit Informationen zur aktuellen Moorfläche und den Bodentypen bereichert, wobei weitere Beiträge geplant sind.

Eine Buchseite fehlt allerdings noch. Aber Thomas Parth, dem ich an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön für die kostenlose und zeitraubende grafische Bearbeitung aussprechen darf, hat sie mir in Kürze versprochen. Sie beinhaltet Informationen über die erfolgreiche Demonstration der Viller Bevölkerung gegen eine geplante Umfahrungsstraße von Igls durch das Viller Moor anlässlich der Olympischen Spiele 1964 unter dem Motto „Rettet das Viller Moor und den Ullwald“. Damit ist auch der Bogen in die Gegenwart gespannt.

Lena, eine Autorin der erwähnten Geschichten der Schülerinnen der Volksschule Igls-Vill, las zum Abschluss des offiziellen Teils sehr selbstbewusst ihre Geschichte vor und die Direktorin der Volksschule Igls-Vill Carmen Leitner lud abschließend alle dazu ein, sich auch Zeit für die anderen Werke ihrer Schülerinnen und Schüler zu nehmen.

Und hier noch ein paar Eindrücke von dieser Eröffnung:

Stadtteilausschuss Vill

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